Warum gute Teams nicht aus den besten Einzelspielern bestehen

Wenn ein Team nicht funktioniert, liegt der Verdacht schnell bei den Menschen. Jemand ist schwierig. Jemand zieht nicht mit. Jemand passt nicht.
Meistens stimmt das nicht.
Was fehlt, sind nicht bessere Menschen. Was fehlt, ist ein klares Bild davon, welche Rollen im Team besetzt sind und welche nicht.
Was Teamrollen sind — und was sie nicht sind
Teamrollen sind nicht dasselbe wie Aufgaben oder Jobtitel. Jemand kann Projektleiter heißen und trotzdem nie wirklich strukturiert vorausdenken. Jemand anderes hat keinen formalen Koordinationsauftrag und hält das Team trotzdem zusammen.
Teamrollen beschreiben, wie jemand natürlicherweise zu einem Team beiträgt. Welches Verhalten er in der Zusammenarbeit zeigt. Wo seine Stärken liegen und wo er an seine Grenzen kommt.
Das ist keine Schwäche. Es ist Realität. Kein Mensch besetzt alle Rollen gleich gut. Und das muss er auch nicht solange das Team als Ganzes alle wichtigen Rollen abdeckt.
Was passiert, wenn Rollen fehlen
Ein Team braucht von allem etwas. Jemand, der Ideen entwickelt. Jemand, der strukturiert plant. Jemand, der umsetzt und liefert. Jemand, der Qualität sichert. Jemand, der den Überblick behält, wenn es turbulent wird. Jemand, der Beziehungen pflegt und den Zusammenhalt schützt.
Wenn eine dieser Rollen fehlt, entsteht eine Lücke. Und Lücken füllen sich nicht von selbst. Sie füllen sich mit Reibung.
Fehlt die strukturierte Planung, beginnen Projekte ohne klares Fundament. Fehlt die Qualitätssicherung, landet Nacharbeit auf allen Tischen. Fehlt jemand, der koordiniert, moderiert die Teamleitung — statt zu führen.
Das Tückische: Von innen ist das kaum zu sehen. Als Teamleiter sind Sie Teil des Systems. Sie spüren die Symptome, die Trägheit, die Reibung, das Aneinandervorbeiwirtschaften. Aber die Ursache bleibt diffus.
Warum zu viel von einer Rolle genauso problematisch ist
Nicht nur fehlende Rollen kosten ein Team Energie. Auch wenn eine Rolle zu stark dominiert, entsteht ein Ungleichgewicht.
Ein Team aus lauter Machern liefert schnell und läuft regelmäßig gegen die Wand, weil niemand vorausdenkt. Ein Team aus lauter Planern plant gründlich — und kommt nie wirklich in die Umsetzung. Ein Team, in dem alle koordinieren wollen, verbringt mehr Zeit mit Abstimmung als mit Arbeit.
Das ist kein Charakter-Problem. Es ist ein Rollenproblem. Und es lässt sich lösen sobald es sichtbar ist.
Warum Selbstbild und Fremdbild selten übereinstimmen
Wir beurteilen uns selbst danach, was wir beabsichtigen. Andere beurteilen uns danach, was sie erleben. Das sind zwei völlig verschiedene Perspektiven auf dieselbe Person und beide sind real.
Jemand, der strukturiert und gründlich arbeitet, erlebt sich als verlässlich. Kollegen erleben dieselbe Person vielleicht als bremsend. Jemand, der schnell entscheidet und vorangeht, sieht sich als treibende Kraft. Kollegen erleben ihn als jemanden, der andere nicht mitnimmt.
Keiner liegt falsch. Beide sehen einen echten Ausschnitt.
Das Problem ist nicht, dass diese Unterschiede existieren. Das Problem ist, dass in den meisten Teams niemand je offen darüber spricht. Nicht weil die Menschen es nicht wollen sondern weil es keinen Rahmen dafür gibt.
Was passiert, wenn Selbst- und Fremdbild zusammenkommen
Genau diesen Rahmen schafft ein Teamrollen-Workshop.
Wir arbeiten mit ProfilingValues, einem Verfahren das Selbst- und Fremdwahrnehmung systematisch zusammenbringt. Jedes Teammitglied schätzt sich selbst in verschiedenen Teamrollen ein — und schätzt gleichzeitig Kolleginnen und Kollegen ein. Die Ergebnisse werden nicht heimlich ausgewertet. Sie werden gemeinsam angeschaut.
Was dabei entsteht, ist fast immer überraschend. Nicht weil die Ergebnisse schockieren — sondern weil sie Dinge benennen, die alle gefühlt haben, aber nie ausgesprochen wurden.
"Ich wusste nicht, dass meine Kollegen mich so stark als den Koordinator sehen. Ich sehe mich selbst eher als Umsetzer." Das ist ein echter Satz aus einem unserer Workshops. Und der Beginn eines Gesprächs, das dieses Team verändert hat.
Wie das konkret aussieht und was sich danach verändert hat, beschreiben wir in diesem Artikel: Sie haben ein gutes Team. Warum läuft es dann nicht rund?
Zwei Situationen, in denen Teamrollen entscheidend werden
Ein bestehendes Team läuft nicht rund. Kein offener Konflikt, aber unterschwellig ist etwas da. Verhaltensweisen haben sich eingeschlichen, die niemand bewusst gewählt hat. Man zieht nicht mehr wirklich an einem Strang. Alle wissen es. Keiner spricht es an.
Ein neues Team formiert sich. Nach Umstrukturierung, durch Wachstum, für ein wichtiges Projekt. Die Menschen sind da, die Aufgaben sind klar. Aber das Team muss erst noch ein Team werden und das kostet Zeit, die oft nicht da ist.
In beiden Situationen ist die entscheidende Frage dieselbe: Welche Rollen bringt jeder ein und was braucht das Team, das bisher niemand übernimmt?
Was drei bis sechs Stunden bringen können
Der Teamrollen-Workshop umfasst je nach Teamgröße und Fragestellung drei bis sechs Stunden — inklusive Diagnostik, Auswertung und Moderation. Für Teams bis zehn Personen, bei denen es neben den Rollen noch individuelle Themen zu bearbeiten gibt, kann der Rahmen entsprechend größer sein.
Kein Hochseilgarten. Keine Teambuilding-Aktivität, die am nächsten Tag vergessen ist. Sondern ein strukturierter Prozess, der dort ansetzt, wo es wirklich hakt und der Teams ein gemeinsames Bild von sich selbst gibt, auf das sie sich danach beziehen können.
Das Thema Teamrollen vertiefen wir in unserer Webinar-Aufzeichnung „Warum gute Teams hinter ihren Möglichkeiten bleiben": Zur Aufzeichnung
Wenn Sie das Gefühl haben, dass in Ihrem Team mehr steckt als gerade zum Tragen kommt sprechen Sie uns an. Mehr zum Workshop finden Sie auf unserer Teamentwicklungsseite.





